Kriterien der SAPV

SAPV-Kriterien V1.2
Kriterien für den Leistungsanspruch des Versicherten auf spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung „SAPV“ nach §37b SGB V und SAPV-RL (G-BA) vom 20.12.2007

Erstellt: Dr. I.Hornke, Palliativteam Hanau, Klinikum Hanau GmbH 27.12.2008

1. Anforderung an die Erkrankung:

  • nicht heilbar und
  • fortschreitend und
  • weit fortgeschritten = begrenzte Lebenserwartung (Tage, Wochen, Monate)

nach begründeter Einschätzung des verordnenden Arztes

2. Behandlungsziel (einzelfallgerecht):

  • Erhalt, Förderung bzw. Verbesserung von Lebensqualität und Selbstbestimmung

sowie Linderung von Leiden im häuslichen Umfeld durch:Verbesserung der Symptomatik (und / oder)

  • Verbesserung der Lebensqualität sowie (und / oder)
  • Psychosoziale Betreuung steht im Vordergrund

3. Besonderer Aufwand gegeben durch:

  • allgemeine Palliativversorgung nicht ausreichend für die Erreichung der o.g. Ziele (insbesondere: im häuslichen Umfeld!) und
  • Bedarf für besondere Koordination und / oder
  • komplexes Symptomgeschehen

(Erläuterung: spezielle palliativmedizinische und palliativpflegerische Kenntnisse und Erfahrungen sowie ein multidisziplinäres Konzept notwendig) 
Komplexe Symptomgeschehen sind  in der Regel vorliegend, wenn beispielsweise bereits eines der Kriterien erfüllt:

  • ausgeprägte Schmerzsymptomatik
  • ausgeprägte neurologische / psychiatrische / psychische Symptomatik
  • ausgeprägte respiratorische / kardiale Symptomatik
  • ausgeprägte gastrointestinale Symptomatik
  • ausgeprägte ulzerierende/exulzerierende Wunden oder Tumore
  • ausgeprägte urogenitale Symptomatik

4. Inhalt und Umfang der Leistung:

  • SAPV umfasst alle erforderlichen Leistungen der ambulanten Krankenbehandlung zur Erreichung der o.g. Ziele
  • zusätzlich die im Einzelfall erforderliche Koordination, sowie
  • Beratung, Anleitung und Begleitung für verordnenden / behandelnden Arzt, Leistungserbringer der allgemeinen Versorgung, Patient  und Angehörige

Sie wird dem aktuellen Versorgungsbedarf entsprechend als

  • Beratungsleistung, ggf. zusätzlich als
  • Koordination der Versorgung, ggf. zusätzlich als
  • Additiv unterstützende Teilversorgung (TV) oder als
  • Vollständige Versorgung (VV) erbracht.

Die Leistung kann nach Bedarf intermittierend oder durchgängig erbracht werden.